Der "Kalkberg" bei Westeregeln mit Tongrube und Gipsbruch

eine Zusammenfassung von Dietmar Spitzenberg

 

 

 

Westlich des kleinen Ortes Westeregeln, an der Bundesstraße 81, etwa 20 km südlich von Magdeburg, liegt eine Geländeerhöhung die „Kalkberg“ genannt wird. Hier befinden sich ehemalige Abbaustätten von Gips (Kalziumsulfat + Kristallwasser) und Ton. Da Gips im Bereich der Bodeniederung ein nicht gerade häufig vorkommender Rohstoff ist, wurde dieser schon vor vielen Jahrzehnten abgebaut und vor Ort verarbeitet. Bereits im Jahre 1776 wird Gottfried Samuel BERGLING als Besitzer einer Gipshütte am Westeregelner „Kalkberg“ genannt. Die Verarbeitung des gewonnenen und aufbereiteten Gipses für die Bauindustrie erfolgte bis zum Jahre 1954.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstand darüber hinaus in diesem Bereich eine Ziegelei. Als Rohstoff diente neben den Gipsvorkommen anstehender Ton, der in einem kleinen Abbaufeld gewonnen wurde. Diese Ziegelei produzierte bis 1991 mit einer Anlage, die heute auf Grund ihrer Ausführung und Beschaffenheit als ein Bau- und Industriedenkmal geführt wird. Um dessen Erhalt bemüht sich sowohl ein 1998 gegründeter Förderverein als auch der Eigentümer, die Sozial-Aktiengesellschaft Bielefeld, und die Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung Alte Ziegelei Magdeburg / Westeregeln mbH.

Der Faustkeil aus dem Jahr 2000; Repro Faltblatt 'Ziegelei u. Gipshütten Westeregeln'
Faustkeil

Bekannt wurde der Westeregelner „Kalkberg“ darüber hinaus durch einzigartige paläontologische Funde im 19. Jahrhundert, die durch Professor Dr. Alfred NEHRING erfolgten. Diese Funde publizierte er in seinem 1875 erschienenen Werk „Die quaternären Faunen von Thiede und Westeregeln nebst Spuren des vorgeschichtlichen Menschen“. Nachdem die Bedeutung dieses Ortes etwas in Vergessenheit geraten ist, rückte im Herbst des Jahres 2000 der erneute Fund eines altpaläolithischen Faustkeils das Gebiet wieder in den archäologischen Blickpunkt.

Naturnahes Gelände der Ziegelei Westeregeln; Aufn. K. Wächter
Naturnahes Gelände an der Ziegelei bei Westeregeln

 

Zur Geologie:

Geologischer Schnitt im Bereich WesteregelnDas untersuchte Gebiet befindet sich unmittelbar auf dem Stassfurt-Egelner-Salzsattel, der sich in nordwestlicher Richtung von Güsten bis nach Helmstedt verfolgen lässt. Die einstigen flachen Salzablagerungen des Zechsteinmeeres (vor ca. 250 bis 280 Millionen Jahren) haben sich durch tektonische Bewegungen (Halokinese) zu bis 1.000 m mächtigen Salzlagerstätten aufgeschoben.

Beiderseits begleiten diesen Salzsattel spätere Ablagerungen aus dem Bundsandstein, dem Keuper und Muschelkalk sowie dem Eozän (z. B. Ablagerungen von Ton und Braunkohle), die sich aufrecht gerichtet an die Flanken des Salzstockes schmiegen. Überdeckt wird das alles durch Löß, Sand und fluviatilen Ablagerungen, so dass diese Eigentümlichkeit weitestgehend im Untergrund verborgen bleibt.

Durch eindringendes Wasser verursachte Lösungsvorgänge im oberen Bereich des Sattels wurde das anstehende Salz gelöst und fortgeschwemmt. Zurückgeblieben sind lediglich die schwer löslichen Anteile (Anhydrit, Gips), die das so genannte Hutgestein bilden und hier als Rohstoff abgebaut wurden. Die Abbaufelder bei Westeregeln bieten insbesondere in der nördlich liegenden Tongrube einen guten Einblick in diese geologischen Zusammenhänge.

 

Ein geologisch interessanter Einblick; Aufn. K. Wächter
Geologischer Aufschluss

Die im Untergrund und zum Teil an der Erdoberfläche anstehenden geologischen Formationen bedingen eine ganz spezifische und an diese Verhältnisse angepasste Pflanzenwelt. D. h. an diesem Ort sind Pflanzen anzutreffen, die sich entsprechend angepasst haben und mit den hier herrschenden Verhältnissen leben können. Diese von der umgebenden Natur abweichende Ausprägung führte bereits vor vielen Jahrzehnten dazu, dass man sich mit der Botanik dieses Gebietes befasste. So forschte beispielsweise vor 150 Jahren der Botaniker Ludwig SCHNEIDER im „Gypsbruch bei Westeregeln“. In seinen Aufzeichnungen sind Arten enthalten, die zu späteren Zeiten als verschollen betrachtet werden müssen, so das Adonisröschen (Adonis vernalis). Bei anderen Arten, wie dem Gewöhnlichen Niederliegenden Ehrenpreis (Veronica prostrata) besteht durchaus noch Hoffnung auf einen Wiederfund.

Auch in der letzten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts war das Gebiet des "Kalkberges" von botanischem Interesse. Der Botanische Arbeitskreis Nordharz e. V. und insbesondere Herr Prof. Hagen HERDAM führten hier in den 1980er Jahren Erfassungen durch. Eingang fanden die erlangten Ergebnisse bspw. in der "Neuen Flora von Halberstadt - Farn- und Blütenpflanzen des Nordharzes und seines Vorlandes (Sachsen-Anhalt)" (HERDAM 1993) sowie in der in diesem Zeitraum verfassten, aber bislang unveröffentlichten "Flora von Wanzleben" (HERDAM).

 

Ein Gruppenfoto - Die Projekt-Gemeinschaft; Aufn. Chr. Urbat
Die Gymnasialschüler/innen des botanischen Projektes

All diese Besonderheiten des „Kalkberges“, die geologischen, botanischen sowie faunistischen als auch die zeitgeschichtlichen, gaben schließlich den Anlass, sich in der heutigen Zeit nochmals intensiv mit dem Gelände zu befassen. Und so wurde schließlich im Schuljahr 2002 / 2003 ein Schülerprojekt des Egelner Gymnasiums geboren, das die auf dem „Kalkberg“ und den Abbaufeldern vorkommenden Pflanzen nochmals intensiv erfassen und auswerten sollte. Unter der fachlichen Anleitung von Karla Gruschwitz wurden in zeitlich festgelegten Abständen Feldexkursionen durchgeführt. Die aufgefundenen Arten wurden von den Schülern bestimmt und herbarisiert. Das Projekt endete mit einer Sonderausstellung und Präsentation der Ergebnisse im Ausstellungsraum des Ziegeleigebäudes.

 

Aus dem Tagebuch der Projektgruppe:

„Bis jetzt kann ich eigentlich nur sagen, dass es auf eine merkwürdige Art und Weise einfach nur Spaß gemacht hat. Wir haben alle ein bisschen mehr über Pflanzen gelernt, das lässt sich nicht ausschließen, wenn man Stundenlang in dicken alten Büchern nachschlägt, um herauszubekommen, was für ein Gewächs man da vor sich liegen hat. Wir haben alle gelernt, wie wichtig es ist, zusammenzuarbeiten, denn schließlich war das Ergebnis nur durch Arbeitsteilung so zu schaffen…“

Bemerkenswerte Nachweise ließen dabei den Elan der 13 Jungen und Mädchen nicht versiegen. So wurden in diesem Gebiet die verschollen geglaubten Arten Katzenminze (Nepeta cataria), Thüringer Malve (Lavanthera thuringica) und Blauer Gauchheil (Anagallis foemina), wiedergefunden.

Bei der letzten Exkursion der Fachgruppe im Juli 2003 fanden wir in der südwestlichen Sohle der Tongrube, die im Frühjahr lange überschwemmt gewesen war, ein beeindruckendes Vorkommen des Zierlichen Tausendgüldenkrauts (Centaurium pulchellum) mit gut eintausend Exemplaren. Eine Herbstexkursion brachte erstaunliche Neufunde: Froschbinse (Juncus ranarius), Nickender Löwenzahn (Leontondon saxatiles) und Salzwiesen-Breitwegerich (Plantago winteri). Vom Zierlichen Tausendgüldenkraut blühten immer noch mindestens 100 Exemplare. Die vermutete Salzbunge (Samolus valerandi) wurde leider noch nicht gefunden. Augenscheinlich hatte das Wasser genügend Salz aus dem Ton gelaugt, um das Auftreten dieser schwachen Halophyten auszulösen.

Parallel zu diesen botanischen Erhebungen erfolgten durch die Mitglieder der Fachgruppe mehrfach Exkursionen, die eine faunistische Bestandserfassung zum Ziel hatten. Da vor allem in entomologischer Hinsicht noch nie komplexe Aufnahmen erfolgten, wurde 2002 mit der diesbezüglichen Bestandserfassung begonnen, die in den kommenden Jahren weiter fortgesetzt wird.

Dank an dieser Stelle dem Verein der Freunde und Förderer der Ziegelei und Gipshütten Westeregeln e. V., die Unterstützung gewährten und das Betreten des Ziegeleigeländes ermöglichten.

 

Ergebnisse der bislang erfolgten Bestandsaufnahmen:

Rehbock; Aufn. D. Spitzenberg
  • Rehbock Capreolus capreolus
  • Wirbeltiere

    Naturgemäß kommen Säugetiere nur in einer geringen Artenzahl vor. Mangels eines geeigneten Spezialisten sind z. B. die Nager nicht inbegriffen. Darüber hinaus dürfte das Gelände der Ziegeleigeäude auch verschiedentlichen Raubsäugern unterschlupf gewähren.

    Feldhase - Lepus europaeus
    Reh - Capreolus capreolus

    Für die Vogelwelt ist die Ziegelei und seine unmittelbare Umgebung ein Biotop, welches mehrere Lebensräume in sich vereint. Das nachgewiesene Artenspektrum bestätigt dies.

    • Die Ziegelei mit seinen Gebäuden ist in erster Linie Lebensraum von Vogelarten, die wir auch in unseren Städten und Gemeinden antreffen.
    • Die alte Tongrube beherbergt Arten, die wir sowohl von Ödlandflächen als auch kleineren Gewässern mit Schilfbestand kennen.
    • In der angrenzenden Feldflur sind Offenlandarten vertreten, die für die Magdeburger Börde und das Harzvorland typisch sind.

    Insgesamt ergeben diese Lebensräume eine artenreiche Zusammensetzung von Brutvogelarten, Nahrungsgästen und Durchzüglern. Die Aufstellung der nachfolgenden Artenliste ist auf Grund der geringen Beobachtungsintensität nicht als vollständig anzusehen. Weitere Arten, auch Brutvögel, sind bei Fortführung der Erfassung mit Sicherheit im Gebiet zu erwarten. Auch hinsichtlich Durchzügler und Gäste dürfte dieses aus mehreren Habitaten bestehende Gebiet in Zukunft noch für Überraschungen sorgen. Die ruhige Lage inmitten der Feldflur bietet sich darüber hinaus auch als Schlafplatz für Schwalben oder Stare an. Z. B. sind am 16.8.2002 vor Einbruch der Dunkelheit ca. 3-5000 Stare die Schilfflächen in der Grube eingefallen um hier die Nacht zu verbringen.

     

    Amsel - BV (2-4 BP) Bachstelze - BV (3-4 BP) Bläßralle - BV 1-3 BP
    Bluthänfling - BV 2-4 BP Dorngrasmücke - Bv Elster - BV 1-2 BP
    Feldschwirl - Bv Feldsperling - BV+NG Gelbspötter - Bv
    Graureiher - NG Hausrotschwanz - BV (3-5 BP) Haussperling - BV
    Heckenbraunelle - Bv ? Jagdfasan - BV ? Klappergrasmücke - BV
    Mauersegler - Bv./NG Mäusebussard - NG Mehlschwalbe - Bv BP?
    Nachtigall - BV 1-2 BP Neuntöter - BV 1 BP Pirol - Bv ?
    Rabenkrähe - BV 1-2 BP Rauchschwalbe - BV BP? Ringeltaube - BV 1-2 BP
    Rohrammer - BV 2-3 BP Rohrweihe - BV/NG 1BP ? Roter Milan - NG
    Schwarzer Milan - NG Star - BV mehrere BP Steinschmätzer - BV 1-2 BP
    Stieglitz - BV 2-4 BP Stockente - BV 1-2 BP Sumpfrohrsänger - Bv
    Teichralle - Bv ? Teichrohrsänger - BV 2-3 BP Türkentaube - Bv
    Turmfalke - BV 1BP Uferschwalbe - NG Waldkauz - BV 1 BP
    Zaunkönig - Bv    

    Abkürzungen: BV = Brutvogel, Bv = Brutverdacht, BP = Brutpaare, NG = Nahrungsgast

     

    Ringelnatter; Aufn. Chr. Bank
  • Ringelnatter Natrix natrix
  • Auch die Auflistung der Lurche und Kriechtiere (Amphibia, Reptilia) stellt lediglich einen ersten Überblick dar, wobei die Amphibien mit Sicherheit noch weitere Arten erwarten lassen. Interessant vor allem das Vorkommen der Ringelnatter. Das Vorkommen der einzigen Schlangenart in der näheren Umgebung Staßfurts und der Bodeniederung ist durchaus bemerkenswert und bereits seit Jahrzehnten bekannt.

    .
    Wechselkröte - Bufo viridis
    Zauneidechse - Lacerta agilis
    Ringelnatter - Natrix natrix

     

    Netzwanze; Aufn. W. Gruschwitz
  • Netzwanze Galeatus maculatus
  • Wanzen (Heteroptera)

    Mit den nachgewiesenen 34 Arten Wanzen aus 16 Gattungen ist mit Sicherheit nur ein kleiner Teil der dort vorkommenden Arten erfasst. Wie auch bei den übrigen Insekten erfordert eine hinreichend vollständige Erfassung einen wesentlich höheren Zeitraum. Zumindest ist ein Anfang gemacht, der in den kommenden Jahren ergänzt werden wird. Hervorzuheben sind jedoch bereits die Netzwanze Galeatus maculatus (Netzwanzen siehe auch unter Lexika) sowie die Ruderwanze Sigara iactans.

    Nepidae (Skorpionswanzen) Tingidae (Netzwanzen) Coreidae (Lederwanzen)
     Nepa cinerea  Acalypta parvula  Enoplops scapha
    Corixidae (Ruderwanzen)  Galeatus maculatus Pyrrhocoridae (Feuerwanzen)
     Hesperocorixa linnaei  Oncochila simplex  Pyrrhocoris apterus
     Sigara semistriata Miridae (Weichwanzen) Stenocephalidae (Wolfsmilchwanzen)
     Sigara striata  Stenodema laevigata  Dicranocephalus medius
     Sigara iactans  Stenodema virens Cydnidae (Erdwanzen)
    Naucoridae (Schwimmwanzen)  Phytocoris varipes  Legnotus picipes
     Ilyocoris cimicoides cimicoides  Adelphocoris lineolatus  Cydnus aterrimus
    Notonectidae (Rückenschwimmer)  Macrotylus herrichi Scutelleridae (Schildwanzen)
     Notonecta glauca glauca  Atractotomus magnicornis  Eurygaster maura
    Pleidae (Zwergrückenschwimmer) Lygaeidae (Bodenwanzen) Pentatomidae (Baumwanzen)
     Plea minutissima minutissima  Heterogaster urticae  Graphosoma lineatum
    Veliidae (Bachläufer)  Platyplax salviae  Sciocoris cursitans cursitans
     Microvelia reticulata  Scolopostethus thomsoni  Aelia acuminata
    Gerridae (Wasserläufer)  Stygnocoris rusticus  Peribalus vernalis
     Gerris argentatus    Carpocoris fuscispinus

     

    Herbst-Mosaikjungfer; Aufn. D. Spitzenberg
  • Edellibelle Aeshna mixta
  • Libellen (Odonata)

    In der alten Tongrube befinden sich lediglich kleinere Gewässer, in denen zwar eine Entwicklung von Libellenarten stattfindet, jedoch anspruchsvollere Arten kaum bodenständig sein dürften. Vor allem größere Arten durchleben nach dem Schlupf eine 'Reifungsphase' fernab von Gewässern und kehren erst danach zur Eiablage wieder zurück. Insofern ist der Status der Keilflecklibelle und der Südlichen Mosaikjungfer noch nicht geklärt. Insbesonders letztere Art ist in den vergangenen Jahren zunehmend (durchschnittlicher Temperaturanstieg?) in Sachsen-Anhalt nachgewiesen.

    Lestidae (Binsenjungfern) Aeshnidae (Edellibellen)
     Lestes sponsa - Gemeine Binsenjungfer  Aeshna affinis - Südliche Mosaikjungfer
    Coenagrioidae (Schlanklibellen)  Aeshna isoceles - Keilflecklibelle
     Ischnura elegans - Gemeine Pechlibelle  Aeshna mixta - Herbst-Mosaikjungfer
     Ischnura pumilio - Kleine Pechlibelle  Anax imperator - Große Königslibelle
    Libellulidae (Segellibellen)  
     Sympetrum sanguineum - Blutrote Heidelibelle  
     Libellula quadrimaculata - Vierfleck  

     

    Ölkäfer; Aufn. D. Spitzenberg
  • Ölkäfer Meloe spec.
  • Käfer (Coleoptera)

    Aus der Ordnung der Käfer sind bislang 144 Arten nachgewiesen. Auch diese Anzahl ist erst ein kleiner Teil der hier vorkommenden Arten. In den kommenden Jahren werden weitere Erfassungen mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer weitaus höheren Artenzahl führen. Unter Berücksichtigung der in der Fachgruppe bestehenden Spezialisierungen besteht ein größerer Kenntnisstand bislang bei den Laufkäfern, den wasserbewohnenden Käfern sowie bei den Rüsselkäfern.

    Carabidae (Laufkäfer) Elateridae (Schnellkäfer) Curculionidae (Rüsselkäfer)
     Amara aenea  Agriotes ustulatus  Anthonomus rubi
     Amara similata  Athous haemorrhoidalis  Baris artemisiae
     Asaphidion pallipes Dryopidae (Hakenkäfer)  Baris picicornis
     Calathus ambiguus  Dryops similaris  Brachysomus setiger
     Calathus fuscipes Coccinellidae (Marienkäfer)  Ceutorhynchus contractus
     Calathus melanocephalus  Coccidula rufa  Ceutorhynchus napi
     Dromius linearis  Coccinella septempunctata  Ceutorhynchus obstrictus
     Harpalus affinis  Hyperaspis concolor  Ceutorhynchus pallidactylus
     Harpalus tardus  Psyllobora vigintiduopunctata  Ceutorhynchus pulvinatus
     Notiophilus aquaticus  Tytthaspis sedecimpunctata  Ceutorhynchus rapae
     Poecilus cupreus Meloidae (Ölkäfer)  Ceutorhynchus resedae
     Syntomus truncatellus  Meloe proscarabaeus  Ceutorhynchus syrites
     Trechus quadristriatus Cerambycidae (Bockkäfer)  Ceutorhynchus turbatus
    Haliplidae (Wassertreter)  Clytus arietis  Cleonis pigra
     Haliplus fluviatilis  Grammoptera ruficornis  Foucartia squamulata
     Haliplus immaculatus Chrysomelidae (Blattkäfer)  Gymnetron antirrhini
     Haliplus obliquus  Altica lythri  Gymnetron melas
     Haliplus ruficollis  Aphthona cyparissiae  Gymnetron pascuorum
     Peltodytes caesus  Asiorestia ferruginea  Gymnetron tetrum
    Noteridae (Tauchkäfer)  Chrysolina haemoptera  Hypera postica
     Noterus clavicornis  Cryptocephalus rufipes  Mecinus janthinus
    Dytiscidae (Schwimmkäfer)  Cryptocephalus sericeus  Microplontus campestris
     Agabus bipustulatus  Donacia cinerea  Mogulones cruciger
     Agabus didymus  Donacia vulgaris  Omias rotundatus
     Agabus sturmi  Galeruca pomonae  Otiorhynchus laevigatus
     Coelambus impressopunctatus  Hispa atra  Otiorhynchus ovatus
     Colymbetes fuscus  Longitarsus echii  Otiorhynchus rugosostriatus
     Graptodytes pictus  Longitarsus exoletus  Parethelcus pollinarius
     Hydroporus angustatus  Longitarsus kutscherae  Polydrusus impressifrons
     Hydroporus palustris  Longitarsus luridus  Pseudostyphlus pillumus
     Hydroporus planus  Longitarsus pratensis  Rhinocyllus conicus
     Hygrotus inaequalis  Longitarsus succineus  Rhinoncus bruchoides
     Hyphydrus ovatus  Longitarsus tabidus  Rhinoncus pericarpius
     Laccophilus minutus  Phratora laticollis  Sibinia pyrrhodactyla
     Rhantus notatus  Phyllotreta aerea  Sirocalodes nigrinus
     Rhantus suturalis  Psylliodes affinis  Sitona gressorius
    Hydraenidae (Langtaster)  Psylliodes hyoscyami  Sitona griseus
     Ochthebius minimus Bruchidae (Samenkäfer)  Sitona hispidulus
    Hydrophilidae (Wasserkäfer)  Bruchus affinis  Sitona inops
     Anacaena limbata Apionidae (Spitzmaulrüßler)  Sitona lineatus
     Berosus luridus  Acanephodus onopordi  Sitona macularius
     Enochrus testaceus  Apion frumentarium  Tanymecus palliatus
     Helochares obscurus  Catapion pubescens  Thryogenes festucae
     Helophorus granularis  Ceratapion gibbirostre  Trachyphloeus bifoveolatus
     Hydrochara caraboides  Cyanapion columbinum  Trachyphloeus olivieri
     Laccobius bipunctatus  Cyanapion platalea  Trichosirocalus horridus
    Cantharidae (Weichkäfer)  Diplapion stolidum  Trichosirocalus troglodytes
     Cantharis rufa  Holotrichapion pisi  Tychius aureolus
    Drilidae (Schneckenhauskäfer)  Ischnopterapion loti  Tychius breviusculus
     Drilus concolor  Omphalapion hookerorum  Tychius medicaginis
    Malachiidae (Zipfelkäfer)  Protapion filirostre  Tychius meliloti
     Axinotarsus marginalis  Protapion nigritarse  Tychius picirostris
     Charopus flavipes  Pseudostenapion simum   
        Stenopterapion tenue   

     

    Dickkopf-Falter; Aufn. K. Weißleder
  • Dickkopf-Falter (Hesperidae spec.)
  • Schmetterlinge (Lepidoptera)

    Die wenigen Tagfalter der Auflistung sowie der Glasflügler und der Wolfsmilchschwärmer (Raupe) stellen lediglich notierte Zufallsfunde dar. Eine Erfasssung der Schmetterlinge soll in den kommenden Jahren erfolgen. Insbesondere die im Gelände vorkommenden Nachtfalter lassen auf Grund der Bodenverhältnisse und der darauf vorkommenden Pflanzen einige interessante Funde erwarten.

    Sesiidae (Glasflügler) Nymphalidae (Edelfalter)
     Bembecia ichneumoniformis  Aglais urticae - Kleiner Fuchs
    Sphingidae (Schwärmer)  Inachis io - Tagpfauenauge
     Hyles euphorbiae - Wolfsmilchschwärmer  Vanessa atalanta - Admiral
    Papilionidae (Ritter)  Vanessa cardui - Distelfalter
     Papilio machaon - Schwalbenschwanz  

     

    Geradflügler (Orthoptera)

    Bei den nachstehend aufgelisteten Geradflüglern werden sicher nur noch wenige Arten hinzu kommen.

     

    Tettigoniidae (Laubheuschrecken) Acrididae (Feldheuschrecken)
     Conocephalus fuscus - Langflügelige Schwertschrecke  Chorthippus albomarginatus - Weißrand-Grashüpfer
     Phaneroptera falcata - Gemeine Sichelschrecke  Chorthippus biguttulus - Nachtigall-Grashüpfer
     Tettigonia viridissima - Großes Heupferd  Chorthippus brunneus - Brauner Grashüpfer
    Tetrigidae (Dornschrecken)  Chorthippus parallelus - Gemeiner Grashüpfer
     Tetrix bipunctata - Zweipunktige Dornschrecke  Oedipoda caerulescens - Blauflügelige Ödlandschrecke
       Sphingonotus caerulans - Blauflüglige Sandschrecke

     

    Blauer Gauchheil; Aufn. Chr. Bank
  • Blauer Gauchheil Anagallis foemina
  • Höhere Pflanzen

    Die Erfassung des Pflanzeninventars war der ursprüngliche Ausgangspunkt der nunmehr auf den Faunenbereich ausgedehnten Erfassungen. Das Gebiet des Kalkberges wurde schon immer als botanisch interessant hervorgehoben. Die Aufgabe war also das bereits dokumentierte Material wiederzufinden und neue Arten aufzuspüren. Die Ergebnisse dieser Punktkartierung sind nachstehend aufgeführt. Es wurden bisher 217 verschiedene Gefäßpflanzen festgestellt. Mit weiteren Nachweisen ist zu rechnen.

    Acer platanoides - Spitz-Ahorn Achillea millefolium - Gemeine Schafgarbe
    Aesculus hippocastanum - Roßkastanie Agrimonia eupatoria - Kleiner Odermennig
    Alisma plantago-aquatica - Gemeiner Froschlöffel Allium scorodoprasum - Schlangen-Lauch
    Anagallis arvensis - Acker-Gauchheil Anagallis foemina - Blauer Gauchheil
    Anemone nemorosa - Busch-Windröschen Anthriscus caucalis - Hunds-Kerbel
    Anthriscus sylvestris - Wiesen-Kerbel Arctium tomentosum - Filz-Klette
    Arenaria serpyllifolia - Sandkraut Artemisia vulgaris - Gemeiner Beifuß
    Asparagus officinalis - Spargel Aster novae-angliae - Neuengland-Aster
    Aster novi-belgii - Neubelgien-Aster Atriplex prostrata - Spieß-Melde
    Atriplex sagittata - Glanz-Melde Ballota nigra - Schwarznessel
    Bellis perennis - Gänseblümchen Bolboschoenus maritimus - Strandsimse
    Brassica nigra - Schwarzer Senf Bromus sterilis - Taube Trespe
    Bupleurum falcatum - Sichel-Hasenohr Calamagrostis epigeios - Land-Reitgras
    Calystegia sepium agg. - Zaunwinde Camelina microcarpa - Kleinfrüchtiger Leindotter
    Campanula rapunculoides - Acker-Glockenblume Capsella bursa-pastoris - Hirtentäschel
    Carduus acanthoides - Stachel-Distel Carex cuprina - Falsche Fuchs-Segge
    Carex spicata - Sparrige Segge Carlina vulgaris - Gold-Distel
    Carpinus betulus - Hain-Buche Centaurea jacea - Wiesen-Flockenblume
    Centaurea scabiosa - Skabiosen-Flockenblume Centaurea stoebe - Rispen-Flockenblume
    Centaurium pulchellum - Zierliches Tausendgüldenkraut Cerastium holosteoides - Gemeines Hornkraut
    Cerastium pallens - Bleiches Zwerg-Hornkraut Cerastium pumilum s.str. - Dunkles Zwerg-Hornkraut
    Cerasus avium - Süß-Kirsche Chaenorhinum minor - Kleiner Orant
    Chelidonium majus - Schöllkraut Chenopodium album s.str. - Weißer Gänsefuß
    Chenopodium hybridum - Unechter Gänsefuß Chenopodium strictum - Gestreifter Gänsefuß
    Cichorium intybus - Wegwarte Cirsium acaule - Stengellose Kratzdistel
    Cirsium arvense - Acker-Kratzdistel Cirsium vulgare - Lanzett-Kratzdistel
    Clematis vitalba - Gemeine Waldrebe Convolvulus arvensis - Acker-Winde
    Cornus sanguinea - Blutroter Hartriegel Crataegus curvisepala s.str. - Langkelchiger Weißdorn
    Crataegus monogyna - Eingriffliger Weißdorn Datura stramonium - Weißer Stechapfel
    Daucus carota - Wilde Möhre Descurainia sophia - Sophien-Rauke
    Diplotaxis tenuifolia - Schmalblättriger Doppelsame Echium vulgare - Eiserner Heinrich
    Eleocharis palustris agg. - Sumpf-Simse Epilobium ciliatum - Drüsiges Weidenröschen
    Epilobium palustre - Sumpf-Weidenröschen Epilobium parviflorum - Kleinblütiges Weidenröschen
    Equisetum arvense - Zinnkraut Equisetum fluviatile - Teich-Schachtelhalm
    Erodium cicutarium - Gemeiner Reiherschnabel Erophila verna - Frühlings-Hungerblümchen
    Erucastrum gallicum - Französische Hundsrauke Eryngium campestre - Mannstreu
    Euphorbia cyparissias - Zypressen-Wolfsmilch Euphorbia exigua - Kleine Wolfsmilch
    Euphorbia helioscopia - Sonnenwend-Wolfsmilch Euphorbia peplus - Garten-Wolfsmilch
    Falcaria vulgaris - Sichel-Möhre Fallopia aubertii - Silberregen
    Fallopia convolvulus - Gemeiner Windenknöterich Fragaria vesca - Wald-Erdbeere
    Fraxinus excelsior - Esche Fumaria vaillantii - Vaillants Erdrauch
    Galanthus nivalis - Kleines Schneeglöckchen Galeobdolon luteum - Goldnessel
    Galium mollugo - Wiesen-Labkraut Geranium pusillum - Zwerg-Storchschnabel
    Geum urbanum - Echte Nelkenwurz Glechoma hederacea - Gundermann
    Hedera helix - Efeu Hesperis matronalis - Gemeine Nachtviole
    Hieracium fallax - Täuschendes Habichtskraut Hieracium lachenalii - Gemeines Habichtskraut
    Hieracium pilosella - Kleines Habichtskraut Hieracium sabaudum - Savoyer Habichtskraut
    Hieracium zizianum - Zizsches Habichtskraut Holosteum umbellatum - Doldige Spurre
    Humulus lupulus - Hopfen Hyoscyamus niger - Bilsenkraut
    Hypericum perforatum - Tüpfel-Hartheu Juncus articulatus - Glieder-Binse
    Juncus bufonius s.str. - Kröten-Binse Juncus effusus - Flatter-Binse
    Juncus ranarius - Frosch-Binse Lactuca serriola - Kompaß-Lattich
    Lamium album - Weiße Taubnessel Lamium amplexicaule - Stengelumfassende Taubnessel
    Lamium maculatum - Gefleckte Taubnessel Lamium purpureum - Rote Taubnessel
    Larix decidua - Europäische Lärche Lathyrus latifolius - Breitblättrige Platterbse
    Lathyrus tuberosus - Erdnuß-Platterbse Lavatera thuringiaca - Thüringer Malve
    Leontodon autumnalis - Herbst-Löwenzahn Leontodon taraxacoides - Nackstieliger Löwenzahn, Zinnensaat
    Leucanthemum vulgare - Wiesen-Margerite Linaria vulgaris - Frauenflachs
    Lonicera caprifolium - Echtes Geißblatt Lonicera xylosteum - Rote Heckenkirsche
    Lotus corniculatus s.str. - Gemeiner Hornklee Lycopus europaeus - Ufer-Wolfstrapp
    Malus domestica - Kultur-Apfel Malva neglecta - Weg-Malve
    Malva sylvestris - Wilde Malve Matricaria discoidea - Strahlenlose Kamille
    Mercurialis annua - Einjähriges Bingelkraut Mycelis muralis - Mauerlattich
    Narcissus poeticus - Weiße Narzisse Nepeta cataria - Katzenminze
    Onopordum acanthium - Gemeine Eselsdistel Ornithogalum umbellatum - Doldiger Milchstern
    Papaver dubium - Saat-Mohn Papaver orientale - Garten-Mohn
    Papaver rhoeas - Klatsch-Mohn Parthenocissus inserta - Fünfblättriger Wilder Wein
    Pastinaca sativa - Pastinak Philadelphus coronarius - Großer Pfeifenstrauch
    Phragmites australis - Gemeines Schilf Physalis franchetii - Lampionpflanze
    Picea abies - Gemeine Fichte Picris hieracioides - Gemeines Bitterkraut
    Pimpinella saxifraga agg. - Kleine Pimpinelle Pinus sylvestris - Wald-Kiefer
    Plantago lanceolata - Spitz-Wegerich Plantago major - Großer Wegerich
    Plantago media - Mittel-Wegerich Plantago winteri - Salz-Wegerich
    Poa annua - Einjähriges Rispengras Poa pratensis agg. - Wiesen-Rispengras
    Populus balsamifera - Balsam-Pappel Populus x canadensis - Kanadische Pappel
    Potentilla anserina - Gänse-Fingerkraut Potentilla reptans - Kriechendes Fingerkraut
    Prunus domestica - Haus-Pflaume Prunus spinosa - Schlehe
    Pyrus communis agg. - Gemeine Birne Ranunculus repens - Kriechender Hahnenfuß
    Reseda lutea - Gelbe Resede Reseda luteola - Färber-Resede
    Ribes rubrum - Rote Johannisbeere Ribes uva-crispa - Stachelbeere
    Robinia pseudo-acacia - Robinie Rorippa palustris - Gemeine Sumpfkresse
    Rosa canina - Hunds-Rose Rosa corymbifera - Hecken-Rose
    Rosa glauca - Rotblättrige Rose Rosa rubiginosa - Wein-Rose
    Rubus caesius - Kratzbeere Rubus fruticosus agg. - Echte Brombeere
    Rumex crispus - Krauser Ampfer Rumex obtusifolius - Stumpfblättriger Ampfer
    Salix alba - Silber-Weide Salix cinerea - Grau-Weide
    Salix x rubens - Fahle Weide Salvia pratensis - Wiesen-Salbei
    Sambucus nigra - Schwarzer Holunder Scabiosa ochroleuca - Gelbe Scabiose
    Schoenoplectus tabernaemontani - Salz-Teichsimse Sedum acre - Scharfer Mauerpfeffer
    Sedum reflexum - Felsen-Fetthenne Senecio fuchsii - Fuchs`Greiskraut
    Senecio vernalis - Frühlings-Greiskraut Silene pratensis - Weiße Lichtnelke
    Sisymbrium loeselii - Lösels Rauke Solanum dulcamara - Bittersüßer Nachtschatten
    Solanum nigrum - Schwarzer Nachtschatten Sonchus arvensis - Acker-Gänsedistel
    Sonchus asper - Rauhe Gänsedistel Sonchus oleraceus - Kohl-Gänsedistel
    Sorbus aucuparia - Eberesche, Vogelbeerbaum Sorbus intermedia - Schwedische Mehlbeere
    Stellaria media - Mäusedarm Symphoricarpos albus - Schneebeere
    Syringa vulgaris - Flieder Tanacetum vulgare - Rainfarn
    Taraxacum laevigatum - Schwielen-Löwenzahn Taraxacum officinale - Gemeiner Löwenzahn
    Taxus baccata - Gemeine Eibe Thlaspi arvense - Acker-Hellerkraut
    Tilia platyphyllos - Sommer-Linde Tragopogon orientalis - Orientalischer Bocksbart
    Tragopogon pratensis s.str. - Wiesen-Bocksbart Trifolium repens - Weiß-Klee
    Tripleurospermum maritima - Küsten-Kamille Tussilago farfara - Huflattich
    Typha angustifolia - Schmalblättriger Rohrkolben Urtica dioica - Große Brennessel
    Verbascum nigrum - Schwarze Königskerze Verbascum thapsus - Kleinblütige Königskerze
    Veronica chamaedrys - Gamander-Ehrenpreis Veronica hederifolia agg. - Efeublättriger Ehrenpreis
    Veronica opaca - Glanzloser Ehrenpreis Veronica persica - Persischer Ehrenpreis
    Vicia tetrasperma agg. - Viersamige Wicke Vinca minor - Kleines Immergrün
    Viola arvensis - Feld-Stiefmütterchen Viola odorata - März-Veilchen
    Viola rupestris - Sand-Stiefmütterchen  

     

    Dietmar Spitzenberg